Italienische Weine
Der Wein ist fester Bestandteil der italienischen Kultur in allen Regionen. Italien gehört zu den führenden Weinanbauländern der Welt. Zusammen mit Frankreich und Spanien ist Italien führend in der Weinproduktion. Jeder fünfte Rotwein auf der Welt kommt inzwischen aus Italien. Neben Brot und
Olivenöl ist der Wein ein vorherrschendes Kulturgut im mediterranen Raum. Italienischer Wein kann man vor allem nach den regionalen Anbaugebieten einordnen. Man unterscheidet generell in Tafelwein und Qualitätswein. Die qualitativ hochwertigeren Weine unterscheiden sich in die Klassen Indicazione Geografica Tipica (IGT), die nächste Qualitätsstufe Denominazione di origine controllata (DOC) und die höchste Qualitätsstufe Denominazione di Origine Controllata e Garantita (DOCG). Letztere erhalten ein staatliches Qualitätssiegel. Die DOCG-Flaschen erhalten eine spezielle Banderole zur Identifizierung. Es gibt insgesamt 37 Anbaugebiete in Italien, die als DOCG-Gebiete ausgewiesen sind. Die italienischen Weine dürfen generell zum Beispiel nicht mit Zucker angereicht werden, was bei deutschen Weinen möglich ist. In Italien kennt man über tausend verschiedene Rebsorten. Alleine vierhundert Rebsorten sind als DOC zugelassen. Es gibt Rebsorten, die in Italien besonders gerne angebaut werden, zum Beispiel die roten Rebsorten Barbera oder Montepulciano. Die wichtigste rote Rebsorte in Italien ist Sangiovese. Sangiovese ist Hauptbestandteil von Chianti und wurde bereits bei den Etruskern kultiviert. In den ehemaligen Siedlungsgebieten der Etrusker, wie in der Toskana, spielt der Anbau der Rebsorte eine wichtige Rolle. Der Chianti gilt weltweit als typischer italienischer Wein mit einer kräftigen Farbe und einem höheren Säureanteil. Sangiovese gilt in Italien als eine der edlen Rebsorten, die als Kulturgut bezeichnet werden können.
Rund vier Prozent des Weinanbaus in Italien macht die rote Rebsorte Montepulciano aus, die vor allem in den Abruzzen angebaut wird. Viele italienische Weine sind mit der Rebsorte als Nebenbestandteil gemischt. Vor allem die Rebsorte Barbera wird heute wieder mehr im Handel platziert, nachdem die Rebsorte in den 1980er Jahren durch die sinkende Qualität einen schlechteren Ruf hatte. Der Barbera hat vor allem im Piemont eine sehr wichtige Anbaukultur. Auch in der Lombardei wird die rote Rebsorte Barbera ebenfalls sehr gerne angebaut. Zu den bekannten weißen Rebsorten aus Italien gehört zum Beispiel Trebbiano. Die traditionsreiche Rebsorte wird vor allem in Italien und Frankreich angebaut. Aus der wichtigen weißen Rebsorte wird zum Beispiel Balsamessig aus der Region Modena hergestellt. Natürlich werden auch international bekannte rote Weinsorten wie der Merlot in Italien angebaut. In Italien gelten die Toskana und das Piemont als Aushängeschilder der italienischen Weinkultur. In der Toskana werden auch die sogenannten Supertoskaner vertrieben, die sich über den gängigen Qualitätskriterien ansiedeln. Die Weine aus der Toskana werden auch als trendige Tafelweine im Markt stärker platziert.
Eine der ältesten Weinanbaugebiete in Italien ist die Region Kalabrien im Süden Italiens. Hier werden rote Weinsorten wie Gaglioppo angebaut. Nach Zeiten, die durch Misswirtschaft und Korruption in vielen Regionen Süditaliens geprägt waren, boomt die Weinwirtschaft wieder in den südlichen Regionen wie Kalabrien oder Sizilien. Die größte Weinregion Italiens ist Sizilien. Hier ist die rote Rebsorte Nero d'Avola besonders verbreitet. Da die Region Kalabrien als Ursprungsregion der Rebsorte gilt, nennt man die Rebsorte auch Calabrese. Nero d'Avola wird auch häufig als Verschnitt in Merlot oder Cabernet Sauvignon verwendet. Im Kommen sind heute auch Weine aus Sardinien. Im Norden Sardiniens werden vor allem fruchtige Weißweinsorten angebaut.
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